Endlich! Nachdem sich das Pfund seit Weihnachten in äußerst freundlichen Tiefen befindet, haben wir mal wieder einen London-Urlaub gebucht. Die Kurzzusammenfassung lautet: Es war superschön!! Einzig, dass unsere Digitalkamera mittendrin den Geist aufgegeben hat, hat uns im Nachhinein – als wir die Bilder zu Hause angesehen haben – bekümmert. Wir haben versucht zu retten, was zu retten war, doch ganz scharf sind die Bilder dieses Mal leider nicht.
Doch nun zu unserer Reise:
Dienstag, 18. August: Anreise – Parlamentsführung
Wir starten um 9.20 Uhr Richtung Flughafen FRA. Auf der Autobahn kommen wir so gut durch wie noch nie, weshalb wir viel zu früh bei unserem Park- und Shuttle-Dienst in Flughafennähe eintreffen. So sind wir schon um 10.20 Uhr am Flughafen. Da wir schon am Vorabend online eingecheckt haben, müssen wir nur noch unser Gepäck abgeben und haben noch viel Zeit bis zum Boarding. Abfertigung und Flug laufen problemlos, nur unser Gepäck lässt in Heathrow ziemlich lange auf sich warten. Wir nehmen ein Taxi zum Hotel und sind um 14.45 Uhr da.
Unser Hotel.
Nach dem Einchecken gehen wir nach Westminster, weil wir Karten für die Führung durchs Parlament gebucht hatten.

Die Führung ist sehr interessant, auch beim zweiten Mal; eine erste Erholungspause gönnen wir uns anschließend im Parlamentscafé. Danach Zwischenstopp im Hotel zum Auspacken und Ausruhen. Das Abendessen beim Inder in Soho (Chowki) ist okay. Es geht sehr schnell, hat aber eher den Charme eines amerikanischen Schnellrestaurants. Danach spazieren wir über den Piccadilly Circus…

…zum Trafalgar Square, wo wir einen ersten Blick auf die Kunstaktion „One and Other“ von Antony Gormley (der mit dem „Angel of the North“) werfen.
Zur Erklärung: Eine der vier Säulen auf dem Trafalgar Square wurde wegen Geldmangels nicht mit einer Statue belegt. Seit einigen Jahren, wird sie immer wieder von verschiedenen zeitgenössischen Künstlern „bespielt“. Diesen Sommer steht 100 Tage lang 24 Stunden am Tag je eine Person aus Großbritannien für je eine Stunde auf dem Podest. Die Teilnehmer wurden über eine Lotterie ausgewählt und können da oben machen, was sie wollen.
Unser erster Eindruck: Laaangweilig. Das wurde in den folgenden Tagen auch nicht viel anders:


Anschließend Spaziergang zum Leicester Square und über die Hungerford Foot Bridge zur South Bank.



Wir genießen eine Weile die laue Sommernacht auf der South Bank und gehen dann über die Waterloo Bridge zurück ins Hotel.

Wetter: sonnig, warm, 25 Grad.
Mittwoch, 19. August: Kew Gardens, St. James’s, Marylebone
Wir fahren mit der U-Bahn nach Kew und besichtigen die Kew Gardens.

Es ist unglaublich sonnig und sehr warm. Deshalb halten wir es in den Gewächshäusern nicht lange aus.



Am besten gefällt uns das Wasserlilienhaus:



Aber auch der Park ist sehr schön.


Nur der Lärm der Flugzeuge nach Heathrow (Kew liegt genau in der Einflugschneise) stört ein wenig die Idylle. Nach einem ausführlichen Rundgang und einer Fahrt mit der Parkbahn, um die Füße zu schonen, fahren wir wieder zurück in die Stadt und essen im St. James’s Park ein Sandwich. Hier könnten wir ewig sitzen bleiben und Leute beobachten. Es ist einfach nur schön und warm.
Aber wir wollen natürlich auch noch etwas von der Stadt sehen. Deshalb wandern wir nach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel durch St. James’s: Waterloo Place,…

Crimean Monument
Der berühmte Athenaeum Club

…die Pall Mall entlang bis zum St. James’s Square, die Jermyn Street hoch in die Bond Steet, wo wir uns schweren Herzens das Shoppen verkneifen, bis zum Cavendish Square, wo wir auf einer Parkbank eine kurze Rast einlegen.
Am Portland Place bestaunen wir All Souls’ Church und das Funkhaus der BBC, das gerade komplett saniert wird, dann machen wir einen Schaufenster-Bummel durch die Regent Street. Natürlich schauen wir auch im Apple Shop nach den neuesten Angeboten, müssen aber feststellen, dass die Sachen trotz des günstigen Pfundkurses immer noch teurer sind als in Deutschland. Schade!
All Souls’ Church. Im Hintergrund der Neubau der BBC.
Die Heimat der BBC-Rundfunk-Abteilung.
Nach einem weiteren Zwischenstopp im Hotel gehen wir bei einem Durchschnittsitaliener essen und anschließend zwei Häuser weiter im Waterstone’s Piccadilly Bücher kaufen.
Wetter: trocken, heiß, 28 – 30 Grad.
Donnerstag, 20. August: Horseguards und Shopping
Wir gehen als erstes zum Donmar Warehouse um uns für Karten für „A Streetcar Named Desire“ mit Rachel Weisz anzustellen. Das Stück ist restlos ausverkauft, uns als nach einer Stunde immer noch keine Rückläufer da sind, geben wir auf. Stattdessen kaufen wir am Leicester Square Tickets für „The Mousetrap“. Die sind wenigstens billig, und einmal sollte man das Stück ja gesehen haben. Schließlich läuft es schon seit 58 Jahren ununterbrochen.
Anschließend laufen wir zu Horseguards Parade, um uns die Wachablösung der Kavallerie anzusehen. Wir schießen unzählige Fotos, leider sind nur die wenigsten etwas geworden:



Wir geben dem Concierge in unserem Hotel noch den Auftrag, Theaterkarten für Samstag zu besorgen. Das war im Nachhinein betrachtet keine gute Idee, denn der Concierge kauft die Karten über eine Agentur, die noch einmal kräftig abkassiert. Billiger wäre es gewesen, wir hätten die Karten selbst direkt beim Theater gekauft. Danach gehen wir ausgiebig Shoppen. Wir suchen nach CDs, DVDs und Büchern mit wechselndem Erfolg. Unser Lieblingshändler „Zavvi“ ist leider pleite, wahrscheinlich war er zu billig. Der Krimi-Buchladen auf der Charing Cross Road existiert auch nicht mehr (snüff!), aber wenigstens bietet HMV noch eine gewohnt gute Auswahl. Sehr gut ist auch das Mittagessen im Belgo Centraal. Selbst für Muschelverächter ist was dabei: sehr lecker!
Nach unserem Einkaufstrip sind wir erst einmal erledigt und müssen uns zwei Stunden im Hotel erholen, bevor wir in die „Mausefalle“ gehen.
Wetter: wolkig, trocken, 21 Grad.
Freitag, 21. August: Nobelviertel, Nobelbahnhof und ein nobles Konzert
Zuerst gehen wir am St. James’s Palace vorbei zum Kaufhaus Fortnum & Mason auf dem Piccadilly.

Von dort laufen wir durch Mayfair bis zur Park Lane. Vom Dorchester Hotel aus gehen wir über den Grosvenor Square…
Kanadische Botschaft am Grosvenor Square
…bis zur Oxford Street, wo wir in den Bus steigen und nach Notting Hill fahren.
Dort laufen wir die Portobello Road entlang, die an einem Freitag aber sehr ruhig ist, und durch ein sehr schönes (und wahrscheinlich sehr teures) Wohngebiet bis zum Holland Park.
Hier wohnte George Orwell einige Jahre.

Dort steigen wir in die U-Bahn und fahren nach St. Katharine’s Dock, wo wir bei einem uns altbekannten Inder (Mala-Restaurant) ein hervorragendes 3-Gänge-Menu zu Mittag essen. Es regnet kurz und heftig, aber nach dem Dessert scheint schon wieder die Sonne.
Die Aussicht beim Mittagessen auf St. Katharine’s Dock

Wir bummeln an der Südseite der Themse entlang…
Blick auf die City


…bis zu Hay’s Galleria und von dort zur London Bridge Station, wo wir in einen Bus Richtung Norden steigen. Wir fahren durch die City und erreichen nach einmal Umsteigen in Islington den frisch renovierten Bahnhof St. Pancras International:


Auch der Dichter Betjeman staunt.
Kurzer Rundblick in der neuen Halle, dann nehmen wir einen weiteren Bus durch Bloomsbury zum Trafalgar Square, wo wir noch einige Fotos schießen:
St. Martin in the Fields
Am Trafalgar Square


Nach einer kurzen Pause im Hotel geht es zur Royal Albert Hall. Wir haben Karten für die Prom-Konzerte Nr. 48 und 49 (am selben Abend!!) mit dem West-Eastern Divan Orchestra unter der Leitung von Daniel Barenboim. Was soll man sagen: Es war großartig! Und wie immer waren die 7000 Zuhörer in der Royal Albert Hall äußerst diszipliniert und ruhig. Das möchte man mal in Deutschland erleben!
Wetter: Sonne, Wolken, ein Schauer, 23 Grad.
Samstag, 22. August: Einkaufen, Chelsea und Shakespeare
Wir gehen zunächst auf Fototour zu Buckingham Palace:

Dann fahren wir mit dem Bus zu Waterstone’s Piccadilly, wo wir sehr erfolgreich Bücher einkaufen. Danach kaufen wir noch ein paar billige Kleinigkeiten in der Oxford Street. Dann fahren wir mit dem Bus nach Chelsea zum Royal Hospital, einem Seniorenheim für Armeeangehörige.


Die Besichtigung ist wegen einer Hochzeit nur eingeschränkt möglich, aber das kleine Museum ist ganz interessant. Die Hauptstraße von Chelsea ist sehr posh und voller als die Oxford Street vor Weihnachten. Wir ergreifen die Flucht und fahren mit dem Bus an der Victoria Station vorbei bis zum Trafalgar Square. Von dort gehen wir zurück ins Hotel, um einen Afternoon Tea einzunehmen. Der ist ein Gedicht aus Sandwiches, Scones und wundervollen kleinen Törtchen. Dazu gibt es für jeden eine große Kanne Tee. Herrlich!
Den Abend verbringen wir am und im National Theatre, wo wir uns All’s Well That Ends Well anschauen. Das Shakespeare-Stück ist ein typisches problem play, ein wenig chaotisch, ein bisschen zu lang, zwischendurch ganz lustig, insgesamt okay. Draußen ist es ein lauer Sommerabend, und vor dem Theater wird gesungen und getanzt, die Menschen sind alle entspannt – wie an einem Sommerabend im Süden.
Wetter: leicht bewölkt, 25 Grad.
Sonntag, 23. August: Abschied mit Wallace & Gromit:
Nach dem Frühstück und dem Koffer packen fahren wir ins Science Museum, um uns die Sonderausstellung des Patentamts mit Wallace & Gromit anzusehen. Sehr nett:



Da wir danach noch zwei Stunden Zeit haben, fahren wir mit dem Bus zum Piccadilly Circus und bummeln über den Leicester Square zu Covent Garden. Dann heißt es tatsächlich Abschied nehmen. Unser Flug hebt pünktlich um 17.10 Uhr ab.
In Deutschland ist das einzig positive der Shuttleservice, der uns zuverlässig zu unserem Auto bringt. Um 21 Uhr sind wir wieder zu Hause. Snüff!!!
Wetter in London: strahlender Sonnenschein, 28 Grad.