Sonntag, 02. November: Anreise
Zugegeben, angesichts der Horrormeldungen über ausgefallene Züge, Fahrplanänderungen, Achsprobleme etc. haben wir uns im Vorfeld schon gefragt, ob es tatsächlich eine gute Idee war, mit dem Zug nach Hamburg zu fahren. Hatten wir uns nicht nach einer Berlin-Tour vor drei Jahren mit völlig überfüllten Zügen, Verspätungen und verpassten Anschlüssen geschworen, dass wir nie wieder mit der Bahn…?
Aber okay, die A7 und die A5 sind auch nicht gerade die wahre Freude und nachdem wir sowohl das Hotel als auch die Zugfahrkarten schon im Sommer gebucht hatten, gab es nun kein Zurück mehr. Trotzdem, eine kleine Restunsicherheit beschlich uns auch am Sonntagmorgen, zumal, als wir dem Taxifahrer dem Weg zum Bahnhof erklären mussten. Ich frage mich: Wofür hat der Mann ein Navi, wenn er offensichtlich schon kein Hirn hat?
Umso erfreulicher war dann die Anreise. Ja, man muss die Bahn auch mal loben: Beide Züge waren pünktlich, das Personal war freundlich, verteilte Zeitungen, Süßigkeiten und Snacks, keine lärmenden Mitreisenden oder ständiges Handygedudel. So lässt es sich aushalten! Am Hamburger Hauptbahnhof wurden wir nach dieser Entspannung fast von den Menschenmassen erschlagen. Es war verkaufsoffener Sonntag und später wurde uns auch klar warum: Letzter Tag der “Hanseboot”. Nach der teuren Taxifahrt am Morgen nahmen wir zum Hotel die U-Bahn.
Das Hotel am Gänsemarkt Ist okay. Unser Executive-Zimmer ist groß und sehr sauber, das Bad ist ordentlich. Alles ist ein bisschen plüschig-altmodisch. Irgendwie typisch amerikanisch. Doch das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt absolut. Das können wir auch in den nächsten Tagen fest stellen. Wir packen ein bisschen aus und ziehen dann noch einmal los, bummeln ziellos durch die Stadt und an den Hafen, wo gerade die QM II im Trockendock liegt:
Und nochmal rangezoomt:
Um 18 Uhr haben wir solchen Hunger, dass wir dringend etwas zu Essen brauchen. Wir fallen beim Italiener am Gänsemarkt (“Ponti”) ein und ergattern den letzten freien Tisch. Das Essen ist gut und reichlich. Nach einem einem kleinen Verdauungsspaziergang rund um den Gänsemarkt brechen wir im Hotel zusammen.
Montag, 03. November: Miniatur-Wunderland
Unser erster Weg führt uns ins Miniatur-Wunderland in der Speicherstadt, wo wir bis 15 Uhr bleiben. Und das war zugegebermaßen nicht die Schuld des “Eisenbahners” in der Familie. Es ist einfach faszinierend und lohnt sich auch, wenn man nicht eine V 90 von einer V 100 unterscheiden kann, wie vielleicht die folgenden Fotos zumindest ansatzweise beweisen (die Fotografin entschuldigt sich hiermit bei den Märklin-Fans für die bescheidene Qualität der Bilder. Sie wurden alle freihändig ohne Blitz geschossen).
USA – Las Vegas:
Florida bei Nacht:
Mit Las Vegas im Hintergrund:
Schweden:
Skandinavien:
Hamburg:
Der Harz:
Harz mit ICE:
Die Schweiz:
Draußen ist das Wetter ziemlich grau. Wir fotografieren das Miniatur-Wunderland und den Hamburg Dungeon noch einmal von außen…
… dann gehen wir weiter Richtung Landungsbrücken und steigen in den Stadtrundfahrtbus der rot-gelben Linie ein. Die Rundfahrt dauert 1,5 Stunden, in denen wir viel über Hamburgs Kuriositäten und Millionäre erfahren. Dann Fahrt zum Hauptbahnhof, wo wir versuchen, einen Observer zu erstehen. Die Hamburger sind aber schneller als die Bayern. Hier gibt es ihn schon sonntags. Dann Rückfahrt zum Hotel und Chillen in der Lounge.
Unsere Suche nach einem Restaurant zwischen Gänsemarkt und Hauptbahnhof ist nicht wirklich von Erfolg gekrönt. Letztendlich landen wir wieder bei einem Italiener.
Dienstag, 04. November: Stadterkundung
Wir gehen vom Hotel aus durch die Neustadt zur Laeiszhalle,
schauen uns das DAG-Haus von außen an
und wandern durch das Gängeviertel
bis zum Großneumarkt. Das Irish Pub hat leider noch zu.
Die rekonstruierten Häuser in der Peterstraße sind ganz hübsch,
zumal man sich angesichts der vielen Großbaustellen und Bürohochhäuser drum herum fragt, wie lange das alte Hamburg wohl noch Bestand haben wird.
Wir spazieren zum Michel, wo wir den Turm besteigen und trotz des Nebels die Aussicht genießen.
Richtung Hafen mit QM II:
Richtung Kehrwiederspitze mit Gruner-und-Jahr-Gebäude rechts:
Richtung Kehrwiederspitze mit dem Sockel der neuen Staatsoper dahinter:
Richtung Innenstadt mit Nikolaikirche. Im Hintergrund steigt der Ballon des “HighFlyer” auf.
Blick zum Rathaus:
und zur Hafencity:
Wieder unten schauen wir uns noch die Krameramtswohnungen an
und gehen dann Richtung Reeperbahn. Am Millerntor stärken wir uns mit Apfelstrudel und heißen Kakao – es ist auf die Dauer draußen nämlich ganz schön kalt -, dann laufen wir die Reeperbahn entlang bis zur Großen Freiheit.
“Beweisfoto” von der Davidswache:
Wieder stelle ich fest, dass die Reeperbahn für Normalbürger ziemlch langweilig ist, beonders am hellichten Tag (wobei diese Wortwahl angesichts des Nebels eigentlich stark übertrieben ist). Also steigen wir an der Großen Freiheit in die U-Bahn und fahren ins Schanzenviertel, wo wir ein bisschen herum lümmeln. Dann Rückfahrt ins Hotel für eine Kaffeepause in der Lounge.
Danach fahren wir zu den Deichtorhallen, wo wir die Ausstellung “Traumfrauen in der Fotografie” anschauen. (An dieser Stelle verkneifen wir uns einen künstlerischen Kommentar.) Wir tauschen anschließend Kunst gegen Kommerz, schnüffeln ein bisschen durch den Saturn und werden bei den Englischen Büchern bei Thalia fündig. Nach einem kurzen Abstecher im Hotel gehen wir zum Chinesen um die Ecke Abend essen. Den restlichen Abend verbringen wir lesend auf den Zimmer.
Mittwoch, 05. November: Hagenbecks Tierpark
Es sieht nach Regen aus, deswegen beschließen wir, Hagenbecks Tierpark einen Besuch abzustatten. Der Eintritt (25 Euro pro Nase im Kombiticket) schockt uns zunächst ein wenig, doch hinterher müssen wir zugestehen, dass Qualität ihren Preis hat. Trotz des Winterwetters bekommt man viel von den Tieren zu sehen und die Gehege sind auch sehr schön. Vor allem das Tropen-Aquarium ist toll gebaut, gut gemacht und sehr spannend. Selbst wenn man sonst nichts von Fischen oder Schlangen hält.
Das ist natürlich nicht das Tropen-Aquarium!
Die Pinguine sind besonders gut drauf:
Ein Australier in der Novemberkälte:
Der hier ist zumindest teilweise wärmer angezogen.
In diesem Zusammenhang ist das Buch “Life of Pi” von Yann Martel sehr zu empfehlen:
Das war nicht der einzige Affe im Gehege, aber der einzige, der still sitzen blieb.
Rüsselsheim:
Spot the Elephant on two legs:
Wir kommen erst um 15 Uhr wieder aus den Zoo raus. Da es trocken geblieben ist und etwas heller wurde, beschließen wir nach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel noch einen Spaziergang im Univiertel zu machen. Unser Reiseführer lässt uns im Stich, wir sind ein bisschen orientierungslos und haben schließlich keine Lust mehr.
Wir fahren vom Dammtor-Bahnhof in die Holstenstraße zum Englischen Laden/Bookshop. Letzterer ist nur Second Hand. Ideal zum Stöbern und Krusteln, aber da wir ganz speziell suchen und es schon ziemlich spät ist, lassen wir das und erstehen nebenan nur ein paar Süßigkeiten und Crisps. Das original Tetley’s Bitter muss leider aus logistschen Gründen (kein Auto!!!) stehen bleiben (seufz!).
Unsere englische Ausbeute – abzüglich dessen was einer akuten Hungerattacke zum Opfer gefallen ist:
Im benachbarten Edeka räumen wir noch das Lakritz-Regal ab,
und fahren dann zurück zu Thalia, um noch ein Buch zu kaufen, das wir gestern aus Unentschlossenheit nicht mitgenommen haben. Danach brauchen wir eine Pause im Hotel, weil wir ziemlich k.o. sind. Zum Abendessen fahren wir an den Millerntor-Platz, wo wir auch experimentell Bier trinken (Schöfferhofer Grapefruit und “zu heiß gewaschenes” Jever (0,33 l) – man merkt, dass wir hier nicht in Bayern sind).
Donnerstag, 06. November: Letzter Tag
Wir haben noch einen halben Tag und nutzen diesen, um uns mit einer lieben Freundin aus Studientagen zu treffen. Obwohl wir uns fast zehn Jahre nicht gesehen haben, kommt es uns vor als wäre es gestern gewesen (Danke, Kirsten, für den schönen Vormittag!).
Mittags machen wir uns auf den Weg zum Hauptbahnhof, und – auch wenn es schwer fällt, das zuzugeben – unsere drei Züge sind pünktlich, etwas voller als am Sonntag, aber immer noch angenehm.
Fazit:
Hamburg ist zwar nicht London, aber durchaus eine Reise wert. Man sollte nur nicht so fertig hinfahren, wie wir das getan haben. Das Wetter war zwar feucht-kalt, aber zumindest hat es nicht geregnet. Deswegen werden wir auf jeden Fall im Sommer wiederkommen, schon um noch die Hafenrundfahrt nachzuholen, die wir uns wegen des Nebels geschenkt haben. Ansonsten können wir die Stadt nur empfehlen.























































Ich sehe schon, Ihr habt meine Tipps umgesetzt.
Stimmt, das war wirklich ein schöner Vormittag! Wir sollte nicht wieder zehn Jahre bis zur Wiederholung warten!